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Über das Forum Community Organizing :

Ziele und Arbeitsweise von foco

Ziel von foco e.V. ist es, Prinzipien und Methoden des Community Organizing (CO) in Deutschland zu verwurzeln und weiter zu entwickeln. Dies geschieht durch:

  • die Förderung von Organisationen und ihrer Vernetzung

  • Trainings und Ausbildung

  • Öffentlichkeitsarbeit

  • die Verbindung von Forschung und Lehre, insbesondere in der Gemeinwesenarbeit und Sozialen Arbeit

  • die Kooperation mit gesellschaftlichen Organisationen

CO ist den Prinzipien von Selbstbestimmung, Selbstverantwortung, sozialer Gerechtigkeit und Solidarität verpflichtet. Im Kräftespiel gegenüber der scheinbaren Allmacht von Staat und Wirtschaft setzt CO auf die demokratische Macht der BürgerInnen, die sich organisieren und so handlungs- und durchsetzungsfähig werden.

Community Organizing ist professionelle Aktivierungs- und Organisierungsarbeit.
Es geht um praktikable Wege zu dem Ziel, dass insbesondere gesellschaftlich benachteiligte Bürgerinnen und Bürger sich gemeinschaftlich für die Verbesserung ihrer Lebensumstände einsetzen, über den Aufbau von eigenen demokratischen Organisationen (Gegen-) Macht erlangen, Ohnmacht überwinden und auf benachteiligende Strukturen einwirken können.

Community Organizing ist politische Bildung und politisches Handeln zugleich. Dabei setzt es an den unmittelbaren Eigeninteressen und der Problemsicht der beteiligten Menschen an.

CO zeichnet sich aus durch:

  • den Aufbau einer Kultur von tragfähiger öffentlicher Beziehungen

  • das Herausfinden von Eigeninteressen als Triebfeder für jedes Handeln, 

  • das Aushandeln gemeinsamer Interessen und 

  • das Organisieren von gemeinschaftlichem und strategischem Handeln

  • das Aufgreifen sowie das öffentliche und produktive Austragen von Konflikten

  • den professionellen Aufbau von lebendigen, machtvollen Organisationen und Koalitionen auf breiter Basis

  • das Vertrauen in die Fähigkeit der Menschen, ihre Lebensbedingungen selbst zu gestalten

Geschichte

Wie meistens im Community Organizing fing es an mit Ärger und mit Lust; mit dem Ärger von vier Studierenden über die Ausbildung in der Gemeinwesenarbeit und mit der Lust, etwas zu verändern. Sie nahmen sich vor, Geschichte, Theorie, Praxis und Ausbildung von Gemeinwesenarbeit und dem amerikanischen Community Organizing zu vergleichen und machten sich dafür auf den Weg nach Chicago. Nach viermonatigen Gesprächen, Beobachtungen und Forschungen schrieben sie ihre Diplomarbeit, aus der schnell ein Buch wurde: "Let´s organize!" von Marion Mohrlok, Rainer und Michaela Neubauer und Walter Schönfelder (1993). Bei Tagungen wie der Werkstatt Gemeinwesenarbeit im Burkhardhaus machten sie andere neugierig; nächste Schritte waren Trainings zum Community Organizing, für die Ed Shurna aus Chicago und Don Elmer aus San Francisco anreisten und eine Gruppenreise 1995, aus der wiederum ein Buch entstand: "Forward to the Roots" (1996).

Die Gruppe bildete sich so zunächst informell und dann als eingetragener und gemeinnütziger Verein, als foco e.V. , das Forum Community Organizing. Der Rundbrief erschien, Trainingsangebote wurden entwickelt, Tagungen durchgeführt. 

Nachdem Birgitta Kammann und Peter Szynka lange Zeit Vorsitzende waren, gehören jetzt dem Vorstand Heester Butterfield als Vorsitzende, Walter Häcker als stellvertretender Vorsitzender und Lothar Stock als Verantwortlicher für Finanzen an. Nach wie vor aber arbeitet foco e.V.  kollegial, die Aufgaben werden nach Interessen und Bereitschaften der Mitglieder verteilt, oft in Rotation.

Seit dem Sommer 2004 ist Rev. Paul Cromwell in Deutschland und arbeitet mit foco zusammen an einer möglichen Stärkung des Community- Organizing Ansatzes in Deutschland. Er besucht die Mitglieder an ihren Orten, geht dort zusammen mit ihnen zu Personen und Organisationen, die am Community Organizing interessiert sind und bietet Informationen und Kurzzeit- Trainings an.

Im Oktober 2005 haben Ed Shurna aus Chicago und Don Elmer aus San Francisco, die vor über zehn Jahren das erste Training zum Community Organizing in Deutschland durchgeführt haben, foco in Frankfurt besucht und in Hamburg an einem von foco initiierten Kolloquium zum Community Organizing teilgenommen. 

Fünf bis sechs Projekte in Deutschland beziehen seit 2007 unter Beratung von Paul Cromwell mehr und mehr Elemente des Community Organizing in ihre Arbeit ein.

FOCO-Mitgliederversammlung-10092011

TeilnehmerInnen der FOCO-Mitgliederversammlung in Leipzig am 10.9.2011

(Bild mit hoher Auflösung)

 

 

 

5 gute Gründe für Organizing

* Community Organizing (CO) gibt allen Menschen die Chance, gehört zu werden

* CO schafft Verbesserungen in der Nachbarschaft und stadtweit

* CO baut Zivilgesellschaft auf

* CO trägt dazu bei, dass MigrantInnen an der Gesellschaft teilhaben

* CO befähigt und ermächtigt Menschen und ändert ihr Leben


Mitten in der ökonomischen Krise und den Mittelkürzungen der Regierung für soziale Programme ist die Zeit für Organizing da!

Mit eigenen Organisationen können Bürgerinnen und Bürger ihre Belange selbst vertreten.

 

CO- Prozesse in Deutschland

Im Kaiserpark in Altenessen gibt es jetzt eine neue Beleuchtung, Müllbeseitigung, ein Notfalltelefon und Freizeitangebote.

In Saarbrücken wird eine Fußgängerbrücke, die abgerissen werden sollte, neu gebaut.

In Nordenham können Obdachlose ein Mal monatlich kostenlos ins Kino gehen.

In Worms werden städtische Wohnungen saniert.

In Leipzig arbeiten Kirchen, Bürgerintiativen und ein Kulturzentrum daran, eine Community Organisation zu gründen.

In Wetzlar, Wuppertal und Düren-Kreuzau nutzen Kirchen Community Organizing Strategien, um Mitglieder zu mehr Teilnahme zu ermuntern.

In Hamburg-Wilhelmsburg gibt es keinen beruflichen Organizer - Community Organizing gibt es trotzdem.

 

 

Was können Sie tun, damit Community Organizing weiter verbreitet wird?

Ziel von foco e.V. ist es, Prinzipien und Methoden des Community Organizing (CO) in Deutschland zu verwurzeln und weiter zu entwickeln.


Dies geschieht durch:

  • die Förderung von Organisationen und ihrer Vernetzung

  • Trainings und Ausbildung

  • Öffentlichkeitsarbeit

  • die Verbindung von Forschung und Lehre, insbesondere in der Gemeinwesenarbeit und Sozialen Arbeit ·

  • die Kooperation mit gesellschaftlichen Organisationen

CO ist den Prinzipien von Selbstbestimmung, Selbstverantwortung, sozialer Gerechtigkeit und Solidarität verpflichtet. Im Kräftespiel gegenüber der scheinbaren Allmacht von Staat und Wirtschaft setzt CO auf die demokratische Macht der BürgerInnen, die sich organisieren und so handlungs- und durchsetzungsfähig werden. Community Organizing ist politische Bildung und politisches Handeln zugleich.

 

Foco e.V. ist Mitglied im European Community Organizing Network (ECON).

 

aktueller Artikel über foco

Ziele und Arbeitsweise

Geschichte

Zusammenarbeit

Tagungen

Mitgliedschaft

P.M über foco, März 2005, http://www.pm-magazin.de/de/wissensnews/wn_id1067.htm :

Wie man Deutschland wieder auf Trab bringt

Community Organizing (CO) basiert auf drei Prinzipien:

1. Menschen Regisseure ihrer eigenen Biografie werden lassen
Menschen werden häufig an ihren Defiziten und Fehlern gemessen, wohingegen CO deren Stärken und Talente betont. Jeder Bürger hat einen Anspruch darauf, sein eignes Leben selbständig zu gestalten – nur so wird er zum zupackenden Staatsbürger, wichtig insbesondere für Sozialarbeit und Pädagogik.

2. Knüpfen von Netzen öffentlicher Beziehungen
Der Beteiligungsprozess im CO beginnt damit, dass Bürger nach ihren Erfahrungen und Problemwahrnehmungen befragt werden. Das geschieht bei einem persönlichen halbstündigen Gespräch. In dem sich anschließenden Vernetzungsprozess kommen die Befragten zusammen, um Problemlösungen zu entwerfen. Sie selber untersuchen die Machbarkeit ihrer Vorschläge, einigen sich auf die wichtigsten und treten mit ihnen an die öffentlichen Entscheidungsträger heran. Ein Organisator steht ihnen in diesem Ablauf als Katalysator und Coach bei – Experten sind die Betroffenen selber.

3. Ein neuer Machtbegriff, der die Liebe einbezieht
Der Schüsselbegriff im CO ist Macht, vom Bürgerrechtler Martin Luther King als eine Ergänzung der Liebe definiert: „Wir müssen begreifen, dass Macht ohne Liebe rücksichtslos, Liebe ohne Macht blutleer ist. Macht auf seinem höchsten Niveau ist Liebe, die das Verlangen nach Gerechtigkeit stillt; Gerechtigkeit auf ihrem höchsten Niveau ist Liebe, die alles beseitigt, was der Liebe im Wege steht“ (aus: Where Do We Go From Here: Chaos or Community?, 1967).

Macht hat in demokratischen Gesellschaften zwei Formen: organisiertes Geld und organisierte Menschen. Besonders den Randgruppen fehlt die Geldmacht – wenn sie sich organisieren, werden sie Menschenmacht, eine Lobby, der Entscheidungsmacher zuhören. Ziel dieser Beteiligungsmethode ist der Aufbau unabhängiger Bürgerorganisationen, die sich im vorparlamentarischen Raum für ihre eigenen Interessen einsetzen – handlungsorientiert und partizipativ, einen elementaren Baustein der Zivilgesellschaft bildend.

Community Organizing fügt sich in die politische Kultur Europas und Deutschlands ein. Es ist eingebettet in die abendländische Tradition politischer Selbst- und Mitbestimmung, die erstmals vor 2500 Jahren in Athen Geschichte schrieb. CO steht im Geist neuzeitlicher Aufklärung und ihres großen Vordenkers Immanuel Kant, der die Mündigkeit des Einzelmenschen dem Absolutismus staatlicher Apparate entgegenstellte. Community Organisationen sind breiter aufstellt als die vertrauten Bürgerinitiativen, nicht re-aktiv auf Missstände reagierend, sondern pro-aktiv die soziale Zukunft gestaltend.

 

Zusammenarbeit

foco e.V. arbeitet u.a. mit folgenden Organisationen zusammen:

AG SPAK

Burckhardhaus, Gelnhausen

Stiftung Mitarbeit, Bonn

Bundesnetzwerk / Bundearbeitsgemeinschaft Gemeinwesenarbeit und Soziale Stadtentwicklung

Deutsche Gesellschaft für Sozialarbeit

In der Regel zweimal im Jahr trifft sich foco e.V.  zu einer Tagung und Mitgliederversammlung. Dabei sind wir teilweise Gast bei Bürgergruppen oder Einrichtungen, die mit Community Organizing zu tun haben oder neugierig auf foco e.V.  sind. Eine Reihe von Tagungen veranstalten wir auch gemeinsam mit Hochschulen.

Mitgliedschaft

foco e.V. lebt von der Aktivität der Mitglieder.

Was haben Sie davon, Mitglied zu werden?

  • Sie geben Input und treten ein in einen regen Austausch und gegenseitige Beratung
  • Sie können sich einsetzen dafür, dass sich Menschen organisieren
  • Sie können Ihre Ideen einbringen.
  • Sie können Bürgergruppen, mit denen sie arbeiten, in Kontakt zu foco e.V.  bringen
 

Wie werden Sie Mitglied?

Sie schicken folgende Beitritterklärung an foco e.V. , bei Einzugsermächtigung bitte per Post an Lothar Stock, Hanauer Strasse 4, 63075 Offenbach:

Muster für eine Beitrittserklärung zum Forum für Community Organizing e.V. (foco)

Ich beantrage die Mitgliedschaft in foco e.V.

Name:_____________________________ 

Anschrift:______________________________

Beruf/Arbeitsfeld:____________________ 

Tel./Fax/mail:___________________________

a) Ich überweise den Mitgliedsbeitrag 

für Einzelpersonen (26€)

für Institutionen ( 60 €) oder

b) Ich erteile eine Einzugsermächtigung für mein Konto, Kto.-Nr.  und BLZ (dann nur 24 € bei Einzelpersonen)

Ort, Datum ________________________ Unterschrift ______________________

 Redaktion: Michael Rothschuh - info@fo-co.info

Herausgeber: Forum Community Organizing e.V., Website: Michael Rothschuh, Ilenbrook 24, 21107 Hamburg , Kontakt: info@fo-co.info