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Community Organizing im Forum Kinderarmut Uslar

Rahmenbedingungen

Kartenausschnitt Uslarer Land

Der Raum Uslar gehört mit seinen 15.300 Einwohnern zum Landkreis Northeim und ist ländlich strukturiert. Dem strukturschwachen Gebiet wird laut Zukunftsatlas 2010 des Schweizer Wirtschaftsforschungsinstitut Prognos und des Handelsblattes eine geringe Entwicklungsfähigkeit zugesprochen. Der Zukunftsatlas berücksichtigt die Bereiche Arbeitsmarkt, Demografie, Wirtschaft und die soziale Lage.

Die strukturellen Rahmenbedingungen spiegeln sich ebenfalls in der Armutsquote wieder. Laut Armutsatlas des Paritätischen Wohlfahrtsverbandes betrug die Armutsquote in der Region 18,5 % im Jahr 2009. Es leben mehr als 400 sozial benachteiligte Kinder und Jugendlichen unter 15 Jahren von Transferleistungen.

Die Anfänge

Das Forum Kinderarmut wurde 2007 auf Initiative des Diakonischen Werkes in Uslar gegründet. Ziel war und ist es weiterhin, Missstände in den Lebensverhältnissen von benachteiligten Kindern vor Ort aufzuzeigen und Lösungsansätze zu finden. Das Diakonische Werk Uslar unter Leitung von Hanna Reiche konzentrierte sich von vornherein darauf, möglichst viele Personen aus verschiedenen gesellschaftlichen Gruppen und Institutionen an der Arbeit des Forums zu beteiligen. Ein Anliegen des Forums war es von Anfang an, Strategien zu entwickeln, wie das Problem Kinderarmut strukturell und nachhaltig gelöst werden kann.

Die Arbeitsweise

Das Forum Kinderarmut bildete drei Arbeitsgruppen, die sich mit folgenden Themenbereichen beschäftigten: Bildung, Freizeit und Frauen- und Familienberatung. Interessierte konnten in einer, aber auch in mehreren Arbeitsgruppen mitarbeiten und sich engagieren. Es wurden Ideen entwickelt, die in zahlreichen Projekten und Aktionen umgesetzt wurden:

  • Schülerbeihilfen für alle bedürftigen Kinder und Jugendlichen an Uslarer Schulen

  • Projekt „Schüler helfen Schülern“, eine Hausaufgabenbetreuung an der Sollingschule Uslar und an der Grundschule Schoningen, verbunden mit einem gemeinsamen Mittagessen

  • Starterpakete für Erstklässler in Höhe von 100 € in den Schuljahren 2008 und 2009 landkreisweit in Zusammenarbeit mit der Jugendstiftung des Landkreises Northeim

  • Kochkurs „Kinder kochen für ihre Eltern“

  • Projektplanung „Frühe Hilfen“ – Soziale Gruppenarbeit mit jungen Müttern

  • Initiative „Beitragsfreie Mitgliedschaft in Uslarer Vereinen“

  • Teilnahme am Förderprogramm DabeiSein! des Landes Niedersachsen

Einführung von Community Organizing

Um allerdings noch zielgenauer als bisher Projekte zur Bekämpfung von Kinderarmut planen und durchführen zu können, entschieden sich die Freiwilligen des Forums Kinderarmut, einen neuen Weg zu gehen. Die Methode Community Organizing sollte uns dabei helfen. Hanna Reiche, die bereits selbst diese Arbeitsmethode kennen gelernt hatte, sorgte dafür, dass alle Interessierten ebenfalls einen Einblick in diese Arbeitsweise bekamen. So wurde ein Workshop zu Community Organizing mit Paul Cromwell veranstaltet. Danach sprachen sich die Teilnehmer/innen des Forums Kinderarmut dafür aus, Community Organizing in Begleitung von Paul Cromwell im weiteren Prozess auszuprobieren.


Uslar-Workshop

Community Organizing

Es folgten einige weitere Workshops und Seminare für die Teilnehmer/innen, bis es dann endlich losgehen konnte. Den Zuhörprozess wollten wir speziell mit sozial benachteiligten Familien machen. Gerade deren Anliegen galt es, mithilfe von Community Organizing zu erfahren und sie dazu zu motivieren, an Problemlösungen mitzuarbeiten. Der Zuhörprozess fand nach langen Startschwierigkeiten von Ende April bis Anfang Juni 2010 im Raum Uslar statt. Insgesamt 9 Freiwillige führten etwa 40 Gespräche mit von Armut betroffenen Familien.

Anschließend wurde zu einem ersten Kennenlerntreffen eingeladen, um den Befragten die Ergebnisse des Zuhörprozesses zu präsentieren und um Absprachen über das weitere Vorgehen zu treffen. Die Enttäuschung war groß, als sich nach der positiven Resonanz zu Beginn der Befragung sich nun aber kaum Personen zu dem Treffen anmeldeten. Dennoch wurde dieses, wenn auch im kleinen Kreis, zur Zufriedenheit der Teilnehmenden durchgeführt. Mit ersten Projektideen, die im nächsten Schritt auf Umsetzung warten, ging die Gruppe zuversichtlich auseinander.

Finanzierung der Projekt-Koordinationsstelle

Aufgrund des bisherigen erfolgreichen Engagements des Forums Kinderarmut konnte eine Stelle für die Projektkoordination für drei Jahre geschaffen werden. Die Finanzierung des Projektes setzt sich aus Mitteln des Diakonischen Werkes, Sondermitteln der Ev.- luth. Landeskirche Hannovers für besondere Projekte in der Diakonie sowie aus Fördergeldern der Sozial- und Sportstiftung des Landkreises Northeim zusammen.

Kontaktdaten:

Diakonisches Werk Uslar

Forum Kinderarmut

Kreuzstraße 10

37170 Uslar

Tel.: 05571/ 9241-11


Ansprechpartner: Hanna Reiche, Dienststellenleiterin des Diakonischen Werkes Uslar und Kirchenkreissozialarbeiterin

Melanie Timmann, Projektkoordinatorin



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